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Über Springer - Presse - Springer Select | Glücklich im Alter? Die Sarden machen’s vor!

Heidelberg / New York, 22. Mai 2014

Glücklich im Alter? Die Sarden machen’s vor!

Italienische Studie zeigt, welche Rolle Geschlecht, Alter und Wohnort bei der Entwicklung depressiver Symptome älterer Menschen spielen

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Die Bewohner der italienischen Insel Sardinien sind bekannt für ihre Langlebigkeit. Eine neue Studie beweist nun auch, dass ältere Sarden darüber hinaus weniger depressiv und generell in besserer geistiger Verfassung sind, als Gleichaltrige die anderswo leben. Die Studie unter Leitung von Maria Chiara Fastame und Maria Pietronilla Penna von der Universität Cagliari in Italien und Paul Hitchcott von der Southampton Solent University im Vereinigten Königreich erscheint im Springer-Journal Applied Research in Quality of Life.
Durchgeführt wurden verschiedene Tests zu der geistigen Verfassung und Kapazität älterer Menschen: Teilnehmer waren 191 kognitiv gesunde Einheimische zwischen 60 und 99 Jahren. Sie stammten aus ländlichen Gebieten der Lombardei in Norditalien, aus der sardischen Stadt Sassari sowie aus Bargagia und Ogliastra, Dörfern in ländlichen Gebieten der Mittelmeerinsel. Diese Orte auf der Insel wurden ausgewählt, da hier eine große Anzahl Hundertjähriger lebt. In einer früheren Studie wiesen Fastame und ihre Kollegen nach, dass die Bewohner von Ogliastra in besserer psychischer Verfassung sind, als die Einwohner der Lombardei. Ihr Team ging nun der Frage nach, ob Depressionen bei älteren Menschen von Faktoren wie Geschlecht, Familienstand, Alter, Lebensstil, geistiger Fitness und Umfeld beeinflusst werden.
Die Erkenntnisse der neuen Studie zeigen, welchen Effekt der Wohnort auf das psychische Wohlergehen eines Menschen hat. Es wurde festgestellt, dass der sardische Lebensstil alle anderen übertrumpft: Ältere Sarden sind vergleichsweise weniger depressiv, entwickeln bessere Bewältigungsstrategien und empfinden insgesamt mehr Zufriedenheit. Ältere Menschen aus Norditalien hingegen leiden viel häufiger an Depressionen.
Diese Ergebnisse werden auf die Tatsache zurückgeführt, dass ältere Sarden, besonders die aus Ogliastra, bis ins hohe Alter körperlich aktiv bleiben und sich von der jüngeren Generation deutlich mehr geschätzt, respektiert und unterstützt fühlen. Ältere Sarden aus Sassari wiederum profitieren von einem höheren Maß an Wohlstand und besserer Gesundheit. So gibt es dort soziale Einrichtungen, die die psychische Gesundheit der Bewohner fördern. Außerdem sind sie in viele Freizeitaktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich eingebunden.
Frauen waren häufiger depressiv als Männer; Stadtbewohner häufiger als Menschen aus ländlichen Gegenden. Außerdem zeigten sehr alte Teilnehmer zwischen 75 und 99 Jahren häufiger Anzeichen von Depressionen als die 65- bis 74-Jährigen.
Sorgen bereiten den Wissenschaftlern die deutlichen Hinweise auf depressive Erkrankungen unter den Bewohnern Norditaliens. Ihr Rat: Psychologische Interventionsprogramme könnten dazu beitragen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der älteren Menschen aus diesen Gegenden zu stärken. So ließen sich Depressionen bekämpfen und letztlich die Lebensqualität im Alter steigern.
Das Fazit Maria Fastames und ihrer Kollegen: „Auf Sardinien, ganz besonders in ländlichen Gebieten, wird das Altern positiver empfunden als anderswo. Alte Menschen behalten einen adäquaten sozialen Status und bleiben körperlich aktiv; dies erhält ihnen auch in hohem Alter ihre geistige Gesundheit.“
Quelle: Fastame, M.C. et al (2014). Mental Health in Late Adulthood: What Can Preserve It? Applied Research in Quality of Life. DOI 10.1007/S1 1482-014-9323-5
Bild: Applied Research in Quality of Life © Springer

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