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Über Springer - Presse - Springer Select | Wissenschaftler vergleichen Hüftbreite und Sexualverhalten

Heidelberg / New York, 23. April 2014

Wissenschaftler vergleichen Hüftbreite und Sexualverhalten

Könnten Hüftbreite und ein damit verbundenes Risiko eines Geburtstraumas eine Rolle im weiblichen Sexualverhalten spielen?

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Frauen, die eher zu One-Night-Stands neigen, haben häufig breitere Hüften, erklärt Colin A. Hendrie von der University of Leeds im Vereinigten Königreich. Er ist Hauptautor einer Studie, die der Frage nachgeht, wie sich der Körperbau einer Frau auf ihr Sexualverhalten auswirkt. Die Ergebnisse erscheinen im Springer-Journal Archives of Sexual Behavior.
In dieser Studie wurde untersucht, ob sich das weibliche Sexualverhalten besser am Hüftumfang oder am Verhältnis Taille-Hüfte einschätzen lässt. Probanden waren 148 Frauen zwischen 18 und 26 Jahren. Alle Teilnehmerinnen hatten im Vorfeld mindestens einen Sexualpartner. Gemessen wurde sowohl die Hüftbreite (definiert als Abstand zwischen den oberen äußeren Beckenkammknochen) als auch der Hüftumfang an der breitesten und der Taillenumfang an der schmalsten Stelle. Außerdem füllten die Teilnehmerinnen einen Fragebogen über ihre sexuellen Erfahrungen aus, durch den Angaben über den Zeitpunkt des Verlusts der Jungfräulichkeit, die Zahl ihrer Sexualpartner und Informationen über emotional bedeutsame sexuelle Beziehungen erhoben wurden.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Zahl der Sexualpartner größtenteils abhängig ist von der Vorliebe für One-Night-Stands. Diese wiederum korreliert mit der Hüftbreite und nicht mit dem Taille-Hüften-Verhältnis. Insgesamt ließ sich bei den Teilnehmerinnen dieser Studie feststellen, dass die Frauen mit einer Hüftbreite von mehr als 36 Zentimeter mehr Sexualpartner und mehr One-Night-Stands hatten als die Frauen mit einer Hüftbreite von unter 31 Zentimeter. Genauer gesagt war bei Frauen, bei denen 3 von 4 ihrer sexuellen Beziehungen One-Night-Stands waren, war die Hüftbreite um mindestens 2 Zentimeter größer als bei Frauen, in deren Leben solche flüchtigen Beziehungen weniger bedeutsam waren.
Die Wissenschaftler, Hendrie und die Mitautorinnen Victoria J. Simpson und Gayle Brewer, vermuten, dass Frauen mit breiteren Hüften eher bereit sein könnten sich auf sexuelle Beziehungen einzulassen, da der Geburtsvorgang für sie leichter und weniger traumatisch ist als für Frauen mit schmaleren Hüften (unter 31 cm). Dies wiederum hängt mit dem Erlernen des aufrechten Gangs zusammen und der darauf folgenden Entwicklung schmalerer Hüften, die uns das Laufen erleichterten. Durch diesen Prozess sind weibliche Hüften gerade breit genug, um eine Geburt zu ermöglichen. Aufgrund dieser Einschränkung kommen menschliche Babys auch in einem weniger entwickelten Stadium zur Welt als die Babys anderer Primaten, weshalb sie vergleichsweise viel mehr Fürsorge und Betreuung der Eltern benötigen.
„Die Hüftbreite hängt unmittelbar mit dem Risiko einer möglicherweise tödlichen Geburtsverletzung zusammen. Wenn Frauen die Kontrolle über ihre sexuellen Aktivitäten haben, scheint sich dieses potenzielle Risiko in ihrem Sexualverhalten widerzuspiegeln. „Die Hüftbreite spielt also zumindest teilweise eine Rolle,“ schlussfolgert Hendrie. Er räumt allerdings ein, dass sich aus den aktuellen Daten keine Kausalität ableiten lässt; es bleibt abzuwarten, ob sich die Ergebnisse auf andere Völker und Kulturen übertragen lassen.
Quelle: Simpson, V.J. et al. (2014). Evidence to Suggest That Women’s Sexual Behavior Is Influenced by Hip Width Rather than Waist-to-Hip Ratio, Archives of Sexual Behavior DOI 10.1007/s10508-014-0289-z
Bild: Coverabbildung des Journals Archives of Sexual Behavior | © Springer Science+Business Media New York

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