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Über Springer - Presse - Springer Select | Tipp für Diätwillige: Hüte Dich vor Freunden und nächtlichen Heiß-hungerattacken

Heidelberg / New York, 24. Februar 2014

Tipp für Diätwillige: Hüte Dich vor Freunden und nächtlichen Heiß-hungerattacken

Diätwillige geben bei Alkohol schneller nach als bei Süßigkeiten

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Zu einer erfolgreichen Diät gehört mehr als der eiserne Wille und Selbstkontrolle. Die wahren Herausforderungen liegen oft noch ganz woanders: man verbringt die Zeit mit Freunden, bekommt Heißhungerattacken am späten Abend oder ist der Versuchung ausgesetzt, Alkohol zu trinken. Forschungen unter der Leitung von Heather McKee von der Universität Birmingham (GB) untersuchten, in welchem sozialen und lokalen Umfeld sich Diätwillige am stärksten zum Schummeln verleiten lassen. Die Studie¹ ist im Springer-Fachjournal Annals of Behavioral Medicine erschienen.²
An der einwöchigen Untersuchung nahmen 80 Menschen teil, die entweder in einer Gewichtskontroll-Gruppe oder alleine eine Diät durchführten. Den Teilnehmern wurden Handys gegeben, mit denen sie in einem elektronischen Tagebuch Situationen festhielten, die für sie eine Versuchung darstellten und inwiefern sie diesen dann nachgaben. Dadurch konnten die Wissenschaftlern eine vollständige Aufzeichnung der Verlockungen und Fehltritte der Teilnehmer während der Diät in Echtzeit erhalten, eine Methode die auch als „Ecological Momentary Assessment“ bekannt ist.
Insgesamt gaben die Teilnehmer den Versuchungen in etwas mehr als 50 Prozent der Fälle nach, insbesondere bei Nacht. Dabei erlagen sie häufiger den Versuchungen durch Alkohol als Süßigkeiten oder dem Drang zu viel zu essen. Ihre Willenskraft wurde auch davon beeinflusst, wenn sie mit anderen Personen zusammen waren, ganz gleich, ob die Versuchung plötzlich auftrat oder der Teilnehmer sich gezielt auf die Suche nach etwas zu essen machte. Je stärker die Versuchung, desto häufiger erlagen ihr die Teilnehmer. Wenig überraschend war, dass die meisten Teilnehmer berichteten, dass sie ein höheres Bewusstsein für ihr Essverhalten hatten, wenn sie ein Diät-Tagebuch führten.
Diese Ergebnisse könnten hilfreich für Programme zur Gewichtskontrolle sein, um Rückschläge bei einer Diät zu vermeiden. Sie verweisen außerdem auf den künftig möglichen Einsatz von Smartphone Apps zur Unterstützung von Personen, die eine Diät durchführen. Darüber hinaus zeigen die Resultate auch, wie wichtig es in solchen Programmen ist, feste Zielvereinbarungen und Bewältigungsstrategien im Blick zu haben, um nicht ‚schwach‘ zu werden. Ebenso wichtig ist ein gestärktes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, festgelegte Ziele zu erreichen.
„Die Ergebnisse helfen uns bei einem besseren Verständnis der komplexen Zusammenhänge der täglichen Anzeichen von Verführungen beim Einhalten einer Diät und wie Verführungen und Rückfälle funktionieren“, sagt McKee. „Im Kampf gegen Übergewicht müssen wir den Menschen dabei helfen, ein besseres Bewusstsein für die unterschiedlichen Faktoren zu entwickeln, die sie während einer Diät verführen: dies kann in der eigenen Person liegen oder mit wem man sich gerade wo befindet. Dadurch können wir ihnen helfen, die Fähigkeiten zu stärken, mit denen man erfolgreich den Verführungen widerstehen kann und so Rückschläge vermeidet.“
Quellenangabe:
1. McKee, H.C., Ntoumanis, N., Taylor, I.M. (2014). An Ecological Momentary Assessment of Lapse Occurrences in Dieters, Annals of Behavioral Medicine, DOI 10.1007/s12160-014-9594-y
2. Annals of Behavioral Medicine is an official journal of the Society of Behavioral Medicine.
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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