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Über Springer - Presse - Springer Select | Fukushima: Mikroalgen und Wasserpflanzen können den Abbau der radioaktiven Belastung unterstützen

Tokio / New York / Heidelberg, 9. Januar 2014

Fukushima: Mikroalgen und Wasserpflanzen können den Abbau der radioaktiven Belastung unterstützen

Sonderheft des Journal of Plant Research stellt die Ergebnisse einer zweijährigen Untersuchung zu Fukushima vor

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Seit dem schweren Erdbeben, das im Jahr 2011 große Schäden am Kernkraftwerk Fukushima 1 verursacht hat, untersuchen japanische Pflanzenwissenschaftler die Folgen der radioaktiven Belastung für Wild- und Kulturpflanzen. In einer Sonderausgabe der Springer-Fachzeitschrift Journal of Plant Research werden Forschungsthemen vorgestellt, die zeigen, wie konkret sich die Radioaktivität auf das Zusammenleben der Menschen und die Natur auswirkt.
Ein Beitrag in dem Themenheft behandelt die Ergebnisse der Forschungsgruppe unter der Leitung von Yoshihiro Shiraiwa von der japanischen Universität Tsukuba. Die Wissenschaftler haben siebzehn Arten von Mikroalgen, Wasserpflanzen und Algen identifiziert, die radioaktives Cäsium (134Cs), Jod und Strontium effizient abbauen können. Diese Forschungsergebnisse ergänzen andere bereits bestehende biologische Möglichkeiten, mit denen die radioaktive Belastung in der Region Fukushima abgebaut werden kann.
Solche Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, da große Mengen an Radioaktivität in die Atmosphäre gelangt sind. Gleichzeitig nimmt die Menge des radioaktiv verseuchten Wassers täglich zu, da der defekte Reaktor immer noch mit Kühlwasser gekühlt werden muss und zusätzlich Grundwasser in ihn einströmt.
Da die identifizierten Pflanzenarten einfach zu ernten und zu trocknen sind, könnten sie möglicherweise sehr nützlich sein, wenn man radioaktives Cäsium aus einer große Menge radioaktiv verseuchten Wassers rückgewinnen will, in dem es gelöst ist.
Insbesondere ein einzelliger Algenstamm aus der Gruppe der Eustigmatophyceaen mit dem Namen nak 9 erwies sich als höchst effizient, da er ohne zusätzliche besondere Behandlung bis zu 90 Prozent des Cäsiums eliminieren konnte. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Alge das Cäsium auf ihrer Zelloberfläche ansammelt. Es wäre also durchaus möglich, dass nak 9 hochradioaktives Wasser dekontaminieren kann, das im Reaktorgebäude in Fukushima gelagert wird. Ebenso könnte diese Algenart die Menge des radioaktiven Wassers reduzieren. Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass auf dem Weg zur Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis weitere Studien zur Massenkultivierung sowie eine effiziente Flockung und Sedimentation dieser Algenstämme erforderlich sind.
„Die biologische Konzentration von Radionukliden ist eine unverzichtbare Technologie bei der Reinigung von radioaktiv verseuchtem Boden und Wasser durch den Einsatz von Pflanzen (Bioremediation)“, sagt der Studienleiter Yoshihiro Shiraiwa. „Daher liefern unsere Forschungsergebnisse eine wichtige Strategie zur Reduzierung der radioaktiven Belastung in der Region Fukushima.“
Weitere Artikel, die in dieser Sonderausgabe diskutiert werden, widmen sich beispielsweise der radioaktiven Belastung mit Radionukliden bei Wildpflanzen, Boden-zu-Pflanzen-Transferfaktoren und der Dekontamination von landwirtschaftlichen Produktionsflächen durch Pflanzen. Das Journal of Plant Research ist das Fachorgan der Botanical Society of Japan.
Quelle:
Fukuda, S., Shiraiwa, Y., et al. (2013). Global searches for microalgae and aquatic plants that can eliminate radioactive cesium, iodine and strontium from the radio-polluted aquatic environment: a bioremediation strategy. Journal of Plant Research. DOI 10.1007/s10265-013-0596-9
Ausgewählte Artikel sind freigeschaltet http://rd.springer.com/journal/10265/127/1/page/1 .
Journalisten können das komplette Sonderheft gedruckt oder digital anfordern.

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