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Über Springer - Presse - Springer Select | Widerstandsfähiger in Krisenzeiten durch soziales Verhalten

Heidelberg / New York, 12. Juni 2013

Widerstandsfähiger in Krisenzeiten durch soziales Verhalten

Wenn Menschen Gutes tun, sind sie glücklicher und bewältigen Krisen besser

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Wenn eine Gemeinschaft zusammenhält und Gutes für andere tut, steht sie Krisenzeiten deutlich besser und zufriedener durch. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von John Helliwell von der University of British Columbia in Kanada und Kollegen1. Demnach ist einer der Gründe für die größere Widerstandsfähigkeit die Tatsache, dass Menschen nicht nur soziale, sondern sogenannte „pro-soziale“ Wesen sind. Das heißt, ihre Zufriedenheit resultiert nicht nur daraus, etwas gemeinsam mit anderen zu tun, sondern auch daraus, etwas für andere zu tun. Die Studie2 erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der sozialen Struktur einer Gesellschaft oder Nation und ihrer Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und Ressourcen zu entwickeln, die in schweren Zeiten die Zufriedenheit erhalten oder sogar verbessern? „Gesellschaften und Nationen mit besserem sozialem Kapital, also mit guten sozialen Netzwerken und Normen wie auch mit einem hohen Maß an Vertrauen, reagieren auf Krisen und wirtschaftliche Übergangszeiten zufriedener und effektiver“ – so das Fazit der Wissenschaftler.
Ihre Forschungsarbeit beginnt mit einer Einschätzung des sozialen Kapitals und der Zufriedenheit zur Zeit der Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre in 255 amerikanischen Ballungsräumen. Das soziale Kapital hat die Folgen der steigenden Arbeitslosigkeit sowohl direkt als auch indirekt abgefedert; dadurch hat die Zufriedenheit der Nation insgesamt zugenommen.
Des Weiteren untersuchen Helliwell und seine Kollegen die durchschnittliche Zufriedenheit in OECD-Staaten nach der Finanzkrise von 2008. Sie ordnen die Länder nach Grad der Zufriedenheit:
• Zur Gruppe mit steigender Zufriedenheit gehören Länder, die von der Krise nur indirekt betroffen waren und die eine bürgerfreundliche Politik betrieben – beispielsweise Südkorea.
• Die Gruppe mit sinkender Zufriedenheit umfasst Länder, die von der ursprünglichen Krise am schlimmsten betroffen waren bzw. unter den Auswirkungen in der Euro-Zone litten. In dieser Gruppe wurden soziales Kapital und andere wesentliche Faktoren zur Unterstützung der Zufriedenheit durch die Krise und ihre Nachwirkungen stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Studie befasst sich auch genauer mit der relativen Rolle des sozialen Kapitals und des Einkommens als Determinanten der Zufriedenheit. Daten aus Ländern im wirtschaftlichen Übergang belegen die Stärke des sozialen Vertrauens, das heißt, des Glaubens, dass man den meisten Menschen im Allgemeinen vertrauen kann. Soziales Vertrauen ist ein Indikator für die Qualität des sozialen Kapitals eines Landes. Die Zufriedenheit steigt dadurch direkt, es ermöglicht aber auch ein Abfedern der von außen kommenden wirtschaftlichen Schocks.
Abschließend befassen sich die Autoren mit der Kraft der menschlichen Natur und sie schlagen vor, dass ein Kernziel der Politik sein sollte, die Entwicklung von Institutionen zu fördern, die das Beste im Menschen zutage bringen – eine Meinung, die auch von Elinor Ostrom vertreten wird, Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin aus den USA und erste Frau mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Quellen
1. Helliwell, J.F., Huang, H., Wang, S. (2013). Social Capital and Well-Being in Times of Crisis. Journal of Happiness Studies; DOI 10.1007/s10902-013-9441-z
2. Die Untersuchung ist Teil des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) Program in Social Interactions, Identity and Well-Being.
Der vollständige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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