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Über Springer - Presse - Springer Select | Krebsüberlebende kämpfen mit Depressionen

Heidelberg / New York, 16. Mai 2013

Krebsüberlebende kämpfen mit Depressionen

Sterben Menschen, die den Krebs überlebt haben und depressiv sind, früher als andere Krebsüberlebende?

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Krebsüberlebende mit Depressionen haben ein doppeltes Risiko vorzeitig zu sterben als Patienten ohne Depressionen und zwar unabhängig von der Krebsart. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie von Floortje Mols und ihren Kollegen von der Universität Tilburg in den Niederlanden. Ihre Arbeit erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Cancer Survivorship.
Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt zu, aber auch die Anzahl der geheilten Patienten und die der chronischen Krebspatienten. Das liegt zum Teil an der alternden Bevölkerung und an den effektiveren Behandlungsmöglichkeiten. Bei vielen Überlebenden treten nach der Krebserkrankung und deren Behandlung anhaltende Probleme auf, einschließlich einer hohen Prävalenz von Depressionen.
Mols und ihr Team untersuchten, ob Symptome einer Depression, die zwischen einem und zehn Jahren nach Krebsdiagnose beobachtet wurden, mit einem erhöhten Risiko eines vorzeitigen Todes zwei bis drei Jahre später verbunden waren. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf Überlebende von Gebärmutterschleimhautkrebs, Dickdarmkrebs, Lymphomen oder multiplem Myelom. Hier wurden bis heute nur wenige Forschungen über einen möglichen Zusammenhang durchgeführt.
Die Wissenschaftler sammelten Daten aus mehreren großen Erhebungen aus den Jahren 2008 und 2009. Insgesamt beantworteten 3.080 Krebsüberlebende Fragebögen, um Symptome von Depressionen zu identifizieren.
Die Autoren fanden heraus, dass Symptome für eine Depression das Sterberisiko erhöhten: Klinisch hohe Ausprägungen depressiver Symptome ließen sich bei den verstorbenen Patienten stärker nachweisen als bei den überlebenden. Insgesamt stellten die Wissenschaftler bei Patienten mit Depressionen, die ein bis zehn Jahre überlebt hatten, eine doppelt so hohe vorzeitige Sterblichkeit fest. In ihre Untersuchung hatten sie auch die Behandlungsmethode, Krebsart, Begleiterkrankungen und Metastasierung mit einbezogen.
Die Wissenschaftler kommen zu der Schlussfolgerung: „Bei dieser Patientengruppe spielen Erkennung und Behandlung depressiver Symptome eine Schlüsselrolle. Als nächstes sollten mögliche Zusammenhänge untersucht werden, um die Verbindung zwischen depressiven Symptomen und dem Krebstod erklären zu können. Wir müssen auch ein besseres Verständnis dafür entwickeln, ob die Behandlung von Anzeichen einer Depression bei Krebspatienten deren Leben verlängern können.“
Quelle:
Mols, F. et al. (2013), Depressive symptoms are a risk factor for all-cause mortality: results from a prospective population-based study among 3,080 cancer survivors from the PROFILES registry, Journal of Cancer Survivorship. DOI 10.1007/s11764-013-0286-6
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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