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Über Springer - Presse - Springer Select | Machen die Medien Jugendliche zu Gewaltverbrechern?

Heidelberg / New York, 23. April 2013

Machen die Medien Jugendliche zu Gewaltverbrechern?

Neue Erkenntnisse zum Einfluss der Medien auf das Verhalten von Jugendlichen räumen mit Vorurteilen auf

9781461467403
Eine Schießerei auf dem Campus. Ein Bandenüberfall. Ein Überfall auf einen Schulbus. Und mit jedem neuen Gewaltakt werden die üblichen Verdächtigen bezichtigt: brutale Filme, blutige Videospiele, freizügige Webseiten. Doch inwieweit können und sollten Medien für Jugendgewalt verantwortlich gemacht werden? Und sind die gut ausgebildeten jungen Menschen von heute wirklich so beeinflussbar? Um diese Themen geht es in dem neuen Buch Adolescents, Crime and the Media von Christopher Ferguson, einem international anerkannten Forscher zu Einflüssen von Videospielen und anderer Medien.
„In diesem Forschungsfeld gibt es große Spannungen; Politik und Wissenschaft diskutieren diesen Themenkomplex kontrovers. Es ist eine Herkulesaufgabe, zwischen Fakten und Fiktion, Wahrheit und Übertreibung, Wissenschaft und Vermutung zu unterscheiden, vor allem, wenn es um Jugendliche geht“, so Dr. Ferguson.
Nach jeder Gewalttat von Jugendlichen dieselben Fragen: Treibt Gewalt in den Medien die Rate von Gewaltdelikten unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Höhe? Sind Jugendliche besonders anfällig für Medieneinflüsse, weil sie so impulsiv reagieren und leicht zu beeindrucken sind? Glorifizieren die Medien spektakuläre Verbrechen und bereiten so den Weg zu weiteren Straftaten?
Diese Fragen können nur auf Grundlage der verfügbaren Datenlage sachlich beantwortet werden. In einer gründlichen Analyse befasst Ferguson sich mit den Einflüssen der Medien auf das Verhalten junger Menschen und mit der Entwicklung des Gehirns von Heranwachsenden. Er untersucht, welche irrigen Vorstellungen Erwachsene davon haben, wie Jugendliche kriminell werden und wie die Wissenschaft durch vorherrschende Meinungen über die Jugend manipuliert werden kann.
„Als Medien- und Gewaltforscher präsentiere ich wissenschaftliche Erkenntnisse wie sie sind, und keine geschönten Darstellungen dessen, was manche Wissenschaftler, Politiker, Medien oder bestimmte Interessengruppen für ihre ‚Botschaft‘ halten. Ich spreche die Medien auch nicht von fragwürdigen Motiven oder Praktiken frei“, sagt Ferguson.
Adolescents, Crime and the Media thematisiert speziell Gewalt in den Medien und die Mediendarstellungen von Verbrechen und Jugend. Im Fokus stehen auch gewaltbetonte Fernsehprogramme, Videospiele und andere Medien als mögliche Gewaltauslöser. Schließlich werden auch Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Pornografie auf das Verhalten vorgestellt und Themen wie Medienpolitik, Zensur und Redefreiheit aufgegriffen.
Dr. Christopher Ferguson ist Professor für klinische und forensische Psychologie an der Texas A & M International University. Als Mitglied einer Taskforce zum Thema Waffenkontrolle nahm er kürzlich an einem Treffen mit US-Vizepräsident Joe Biden teil. Er gilt als Experte für den möglichen Zusammenhang zwischen Videospielen und Jugendgewalt und war nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im US-Bundesstaat Connecticut ein gefragter Interviewpartner.
Quelle
Christopher Ferguson. Adolescents, Crime, and the Media: A Critical Analysis. (Springer) Hardcover ISBN 978-1-4614-6740-3. Auch als eBook verfügbar.
Exemplare des Buches stehen Journalisten zur Verfügung. Der Autor steht für ein Inteview zur Verfügung.

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