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Über Springer - Presse - Springer Select | Übergewicht, Alter und das Herz – ist es irgendwann zu spät für eine Diät?

Heidelberg / New York , 4. März 2013

Übergewicht, Alter und das Herz – ist es irgendwann zu spät für eine Diät?

Kalorienreduzierung hat für jüngere Mäuse eine schützende kardiologische Wirkung, für Ältere nicht

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Übergewicht und Alter – dies sind zwei der wesentlichen Risikofaktoren für Herzkrankheiten. Je älter man wird und dabei noch zunimmt, desto stärker wird das Herz belastet. Neuere Untersuchungen bei Menschen zeigen, dass eine reduzierte Kalorienaufnahme ausgesprochen positive Effekte bei übergewichtigen Erwachsenen haben kann. Beobachtet wurden sowohl Verbesserungen der Herzstruktur als auch der Herzfunktion. Allerdings ist unklar, welche Mechanismen genau dafür verantwortlich sind und wie die Auswirkungen von Übergewicht und Alter zusammenhängen.
In einer neuen Studie in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Cardiovascular Translational Research werden einige dieser Fragestellungen behandelt. Majd AlGhatrif von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore und seine Kollegen untersuchten, ob die schützende Wirkung einer Kalorienreduzierung auch bei übergewichtigen Mäusen mit Leptinmangel beobachtet werden kann, und ob dieser Effekt bei Mäusen unterschiedlicher Altersgruppen gleich ist. Leptin ist ein von den Fettzellen produziertes Hormon, das ein Sättigungsgefühl auslöst. Ein Mangel dieses Hormons führt zu übermäßigem Essen und Übergewicht.
Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen einer Kalorienreduzierung bei zwei Monate alten im Vergleich zu sechs bis sieben Monaten alten übergewichtigen Mäusen mit Leptinmangel. In beiden Altersgruppen war der Gewichtsverlust der Mäuse infolge der kalorienreduzierten Ernährung vergleichbar. Bei den jungen Mäusen konnten aufgrund der Kalorienreduzierung mehrere positive Auswirkungen auf das Herz festgestellt werden: Die normale Herzfüllung (diastolische Funktion) stellte sich wieder ein, die Menge der Fetteinlagerungen in den Herzzellen wurde reduziert und die Zellprozesse im Herz normalisierten sich. Bei den älteren Mäusen konnte keine dieser positiven Auswirkungen beobachtet werden.
Obwohl sich die Fettablagerungen in den Herzen der älteren Mäuse nicht veränderten, fand das Forschungsteam dennoch heraus, dass die reduzierte Kalorienaufnahme die negativen Auswirkungen dieses Fetts auf das Herzgewebe verringerte. Somit hätten die Mäuse besser in der Lage sein sollen, zelluläre Schäden durch freie Radikale aufgrund der Fettablagerungen zu reparieren. Überraschenderweise führte dies bei den älteren Mäusen nicht zu einer Verbesserung der Herzfunktion. Das weist darauf hin, dass die oxidative Schädigung einen Punkt erreicht hatte, an dem sie irreversibel geworden war. Wann genau dieser Punkt erreicht wird, ist bis heute unbekannt.
AlGhatrif und seine Kollegen kommen zu der Schlussfolgerung, dass „unser Verständnis der Physiologie der kardiovaskulären Alterung wesentlich verbessert werden kann, wenn wir wissen, wie der Mechanismus der Reversibilität genau funktioniert. Es muss bestimmt werden, wodurch letztendlich die dauerhafte oxidative Schädigung und diastolische Funktionsstörung vermindert werden kann.“ Die Wissenschaftler fügen hinzu, dass ihre Studie weitere Forschungen notwendig macht, um vollständig zu klären, wann genau die oxidative Schädigung eine Stufe erreicht, bei der eine Kalorienreduzierung nicht mehr zu einer Normalisierung der Herzfunktion führt.
Quelle
AlGhatrif M et al. (2013) Beneficial cardiac effects of caloric restriction are lost with age in a murine model of obesity 2012. Journal of Cardiovascular Translational Research. DOI 10.1007/s12265-013-9453-4
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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