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Über Springer - Presse - Springer Select | Hunde erkennen Hunde

Heidelberg | New York, 14. Februar 2013

Hunde erkennen Hunde

Hunde können Bilder ihrer Artgenossen von Bildern anderen Tierarten unterscheiden

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Hunde können ihre Artgenossen von Menschen und anderen Haus- und Wildtieren unterscheiden. Sie erkennen die Gesichter anderer Hunde unabhängig von deren Rasse und ordnen sie ihrer eigenen Art zu. Dabei stützen sie sich ausschließlich auf visuelle Anhaltspunkte. Dies ist das Ergebnis einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung von Dr. Dominique Autier-Dérian vom LEEC und der National Veterinary School in Lyon in Frankreich und ihren Kollegen. Es ist die erste Studie, in der die Fähigkeit von Hunden untersucht wird, zwischen Tierarten zu unterscheiden und eine Kategorie für Hunde zu bilden – trotz der enormen Vielfalt der Hunderassen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit erscheinen in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Animal Cognition.
Tiere einer Tierart leben häufig zusammen. Um Gruppen bilden zu können, müssen die Tiere ihre Artgenossen an äußerlichen Ähnlichkeiten erkennen. Die Forschung zeigt, dass einige Tierarten ihre Artgenossen leichter erkennen bzw. von deren Bildern mehr angezogen werden als von Bildern anderer Arten.
Dr. Autier-Derian und ihr Team untersuchten dieses Phänomen bei Haushunden, die die größte morphologische Vielfalt aller Tierarten aufweisen. Tatsächlich sind mehr als 400 Hunderassen registriert. Die Autoren untersuchten, ob Hunde wegen der großen Vielfalt ihrer Tierart Schwierigkeiten hatten, ihre Artgenossen allein durch visuelle Anhaltspunkte zu erkennen und von anderen Arten zu unterscheiden.
Die Wissenschaftler zeigten neun Haushunden auf zwei unterschiedlichen Bildschirmen die Gesichter verschiedener Hunderassen und Mischlinge einerseits und gleichzeitig die Gesichter anderer Tierarten, einschließlich menschlicher Gesichter, andererseits. Sie benutzten Bilder von Hundegesichtern und Bilder von über 40 anderen Tierarten, einschließlich Haus- und Wildtieren sowie Bilder von Menschen. Insgesamt wurden den Hunden mehr als 144 Bildpaare gezeigt. Die Aufgabe der Hunde bestand darin, jeweils das Bild des Artgenossen zu erkennen und auszuwählen. Die Wissenschaftler beobachteten, ob die neun Hunde in der Lage waren, jede Hunderasse von anderen Tierarten zu unterscheiden und ob sie alle Hunde, unabhängig von der Rasse, in einer einzigen Kategorie zusammenfassen konnten.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde eine visuelle Kategorie von Hundegesichtern bilden können und trotz der Vielfalt der Hunderassen die Bilder sehr unterschiedlicher Hunde in eine einzige Kategorie zusammenfassen können. Tatsächlich waren alle neun Hunde in der Lage, alle Hundebilder in der gleichen Kategorie zusammenzufassen.
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: „Hunde können ihre eigene Art visuell erkennen und sie haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Beides zusammen stellt sicher, dass Tierfreundschaften und Paarungen zwischen unterschiedlichen Hunderassen potentiell immer noch möglich ist. Obwohl der Mensch die morphologischen Grenzen des Haushundes Canis familiaris ausgereizt hat, blieb dessen biologisches Wesen erhalten.“
Quelle:
Autier-Dérian D et al (2013). Visual discrimination of species in dogs. Animal Cognition; DOI 10.1007/s10071-013-0600-8
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar. Abbildungen zu dem Experiments stehen zur Verfügung.

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