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Über Springer - Presse - Springer Select | Macht (sexuelle) Macht machtlos?

Heidelberg / New York, 1. Oktober 2012

Macht (sexuelle) Macht machtlos?

Sexuelle Dominanz des Mannes kann einen Machtverlust beider Partner verursachen

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In der Sexualität zwischen Männern und Frauen spielen Geschlechterrollen und -normen eine Schlüsselrolle. Man geht häufig davon aus, dass der Mann den sexuell dominanten Part übernehmen sollte. Diese Überzeugung kann sowohl zu Machtverlust führen, als auch zu dem Verlust der Fähigkeit, die Kontrolle über das Sexualverhalten zu behalten. Häufig kommt es auch zu Risikoverhalten, so wird etwa die Verwendung eines Frauenkondoms nicht in Erwägung gezogen. Eine neue Studie zu diesem Thema von Dr. Lisa Rosenthal von der Yale University in den Vereinigten Staaten und ihren Kollegen erscheint online im Springer-Journal Sex Roles.
An der Akzeptanz von sozialer Dominanz lässt sich ablesen, inwieweit eine ungleiche Verteilung der sozialen Macht sowie traditionelle Hierarchiestrukturen Unterstützung finden. Eine stärker sexistisch geprägte Denkweise, eine negativere Einstellung zu Frauenrechten, eine höhere Toleranzgrenze für sexuelle Belästigung und eine stärkere Vorliebe für traditionelle Geschlechterrollen gehen damit einher. Rosenthal und ihr Team gingen der Frage nach, ob das Maß an Unterstützung für soziale Dominanz bei Frauen wie Männern die Geschlechterdominanz und die Dynamik in heterosexuellen Beziehungen erklären kann.
Insgesamt 357 Studentinnen und 126 Studenten einer Universität im amerikanischen Nordosten nahmen an der Studie teil. Die Teilnehmer füllten am PC einen Fragebogen aus, daneben stand eine Schale mit Frauenkondomen. Beurteilt wurde die soziale Dominanzorientierung der Studenten; inwieweit die Teilnehmer glaubten, der Mann solle der sexuell dominante Part sein; wie sicher sie sich in sexuellen Situationen fühlten; und wie viele Frauenkondome mitgenommen wurden.
Insgesamt waren die Frauen seltener der Meinung, der Mann solle den dominanten Part innehaben.
Für Männer und Frauen galt: Je größer die Überzeugung, dass Ungleichheiten und Hierarchien in der sozialen Macht auch heute noch gültig seien, desto größer war der Glaube an die sexuelle Dominanz des Mannes. Gleichzeitig stieg die Unsicherheit in sexuellen Situationen, das Interesse an Frauenkondomen nahm dagegen ab.
Die Autoren: „Unsere Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Annahme einer unterschiedlichen Machtverteilung möglicherweise bei der Einstellung zum Sexualverhalten beider Geschlechter eine Schlüsselrolle spielt. Auch die Entscheidung, sich bei sexuellen Aktivitäten zu schützen, ist unter Umständen davon abhängig. Die soziale Dominanz und die Dynamik in heterosexuellen Beziehungen schaden nicht nur den Frauen, sondern auch den Männern. Sie mindern das sexuelle Selbstvertrauen wie auch das Interesse an Frauenkondomen.“
Quelle:
Rosenthal L et al (2012). Social dominance orientation relates to believing men should dominate sexually, sexual efficacy, and taking free female condoms among undergraduate women and men. Sex Roles; DOI 10.1007/s11199-012-0207-6
Der vollständige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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