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Berlin | Heidelberg | Wiesbaden, 24. Mai 2013

Mit dem Internet den Wahlkampf gewinnen

Online-Kampagnen können auch in Deutschland den Ausgang von Wahlen beeinflussen | Politische Parteien schöpfen aber die Potenziale nicht aus, da sie die nachhaltige Interaktion und den Dialog mit den Wählern vernachlässigen

© Fotolia.com/verge
Entscheidet das Internet über die Zusammensetzung des kommenden Bundestages, wenn die Deutschen im September ihr Parlament wählen? 37 Prozent der Bundesbürger sind laut einer repräsentativen BITKOM-Studie davon überzeugt – je jünger die Befragten, desto höher ist dieser Anteil. Angesichts des Wahlkampferfolgs von Barack Obama scheint klar: Ein Politiker, dem es nicht gelingt, seine Botschaften ins Netz und vor allem in die sozialen Netzwerke zu tragen, der wird in Zukunft keine Chance mehr haben. Aber ist das US-Vorbild eine Blaupause für die deutsche Politik? Für eine realistische Prognose, wie erfolgreich der Internet-Wahlkampf bei den bevorstehenden Wahlen in Deutschland sein kann, bündelt Springer für Professionals im Kompakt-Dossier "Wie der Online-Wahlkampf in Deutschland entbrennt" aktuelle Forschungsergebnisse von Springer VS zur Bundestagswahl 2009 sowie der sieben Landtagswahlen im Jahr 2011.
Der Überblick belegt, dass die bisherigen Ansätze des so genannten E-Campaigning unterschiedlich erfolgreich sind. Die Vorteile politischer Präsenz im Web liegen auf der Hand: der ungefilterte Kontakt zum Wähler, die kostengünstig Umsetzung von Kampagnen und die Möglichkeit, rund um die Uhr Texte, Bilder und Videos zu verbreiten. Der Kommunikation "sind grundsätzlich keine inhaltlichen Grenzen gesetzt" bestätigt Simone Ungerer, Autorin des Buchs "Parteien und Politiker in sozialen Netzwerken". Wer Webkampagnen allerdings nur als "symbolische Darstellung von Partizipation und Unterstützung" auffasst, genügt dem modernen Internetnutzer nach Ansicht von Andreas Jungherr und Harald Schoen nicht länger. Die Autoren des Buchs "Das Internet in Wahlkämpfen" fordern deshalb von den Politikern eine langfristige Betreuung der Wähler im Netz. Welche Rolle das Internet im Wahlkampf spielt, sei aber nur schwer zu bewerten: "Wir wissen doch spätestens seit Barack Obama, dass ohne das Internet kein Kandidat mehr erfolgreich Wahlkampf führen kann. Spätestens seit Angela Merkel wissen wir aber auch, dass das Internet als Wahlkampfinstrument grandios überschätzt wird." Trotz dieses Widerspruches versuchten die deutschen Parteien 2009 erstmals, das Internet auch in Deutschland zum Leitmedium ihrer politischen Kampagnen für die Bundestagswahl zu machen, wie die Herausgeberinnen Eva Johanna Schweitzer und Steffen Albrecht mit ihrer Analyse "Das Internet im Wahlkampf" belegen.
Ob sich mit dem Internet Wählerstimmen gewinnen lassen, haben Frank Marcinkowski und Julia Metag mit drei Kandidatenbefragungen zu Wahlkämpfen bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen untersucht. In einem "Beitrag" der Fachzeitschrift Publizistik bescheinigen sie Kampagnen im Netz ein prinzipielles Potenzial zur Wählermobilisierung. Allerdings werde der Online-Wahlkampf in Deutschland verstärkt von denjenigen Kandidatinnen und Kandidaten betrieben, die von der Kampagne am wenigsten profitieren, weil sie ohnehin als Favoriten ins Rennen gehen. "Positive Effekte produziert der Online-Wahlkampf demgegenüber vor allem bei den Kandidatinnen und Kandidaten, die aus strukturellen Gründen in der Regel dennoch chancenlos bleiben." Den Wahlausgang habe der Einsatz von Online-Medien bisher nur bei Bundestagswahlen beeinflusst.
In seiner quantitativen Inhaltsanalyse der Aktivitäten deutscher Parteien bei Twitter und Facebook während der Landtagswahlkämpfe 2011 "Interaktion und Dialog?" ergänzt Andreas Elter, dass regionale Unterschiede größer sind als der Einfluss der politischen Ausrichtung einer Partei. Insgesamt zeige der Trend, dass Parteien auf Landesebene erst kurz vor der Wahl in den Sozialen Medien aktiv werden, es ihnen aber nicht gelingt, einen regelmäßigen Dialog mit den interessierten Bürgern herzustellen.

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