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Stockholm/Berlin, 7. Oktober 2008

Gleich drei Springer-Autoren erhalten den diesjährigen Nobelpreis in der Medizin

Harald zur Hausen nimmt die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in der Medizin entgegen / Damit teilt sich der Heidelberger den Preis mit zwei Virologen aus Frankreich

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Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften verleiht in diesem Jahr den renommierten Nobelpreis für Physiologie und Medizin an drei Wissenschaftler, die allesamt bei Springer publizieren. Der Heidelberger Virologe Harald zur Hausen erhält den Preis für die Entdeckung des humanen Papillomavirus (HPV) als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs: die andere Hälfte des insgesamt 1 Mio Euro dotierten Preises geht an die französischen AIDS-Forscher Francoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier. Die beiden Franzosen hatten das HI-Virus bereits Anfang der 80er Jahre in Proben von schwer kranken Patienten isoliert. Die offizielle Preisverleihung wird am 10. Dezember in Stockholm stattfinden.
In der Pressemeldung vom Stockholmer Karolinska Institut würdigt das Nobelpreis-Komitte ausdrücklich Harald zur Hausens Arbeit, denn über viele Jahre „habe er sich gegen die vorherrschende Lehrmeinung durchgesetzt“. Zur Hausen entdeckte bereits 1983 und 1984, dass ein Virus Auslöser für Gebärmutterhalskrebs ist. In den Folgejahren konnte er weitere Typen des Virus ausfindig machen. Diese Krebsart steht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an fünfter Stelle aller tödlichen Krebsarten bei Frauen. Bislang erkrankten jährlich weltweit 500.000 Frauen an diesem Krebs, von denen pro Jahr 300.000 an der Krankheit starben. Aufgrund zur Hausens Entdeckung wurde ein entsprechender Impfstoff entwickelt, der einen breiten Schutz vor Gebärmutterhalskrebs ermöglicht. In Deutschland bieten die gesetzlichen Krankenkassen allen Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren eine Dreimal-Impfung an.
Harald zur Hausen ist 1936 in Gelsenkirchen geboren. Nach seiner Habilitation arbeitet der Mediziner am Institut für Mikrobiologie der Düsseldorfer Universität, am virologischen Institut der Kinderklinik in Philadelphia und am virologischen Institut der Universität Würzburg. Von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 war er Vorsitzender und Wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutscheskrebsforschungsinstitutes. Seine Arbeit hatte großen Anteil daran, dass das DKFZ zu den führenden Instituten der weltweiten Krebsforschung zählt. Neben verschiedenen Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden erhielt er im April das große Bundesverdienstkreuz. Im Springer Verlag brachte er zahlreiche Publikationen heraus. Darunter: Thema Krebs und Genom und Glaube. Er ist außerdem Bandherausgeber von Current Topics in Microbiology and Immunology (CTMI), Bd. 331: "TT Viruses - The Still Elusive Human Pathogens".
Francoise Barré-Sinoussi ist 1947 in Frankreich geboren. Barré-Sinoussi hat Biochemie studiert und sich am Institut Pasteur auf Virologie spezialisiert. Sie leitet dort die Retrovirus-Abteilung. Bei Springer hat sie verschiedene Beiträge in Zeitschriften wie Immunogenetics oder in Infection veröffentlicht.
Luc Montagnier, Jahrgang 1932, ist ebenfalls französischer Abstammung. Er leitet seit 1972 die virologische Abteilung am Institut Pasteur, Paris, 1985 wurde er Professor und seit 1990 ist er im gleichen Institut Leiter der Abteilung für AIDS und Retroviren. Bei Springer hat er verschiedene Beiträge in Zeitschriften wie Cellular and Molecular Life Sciences (CMLS) oder in Archives of Virology veröffentlicht. Er ist außerdem Vorsitzender des Herausgeberboards von Interdisciplinary Sciences: Computational Life Sciences Mit den vergangenen Preisträgern verzeichnet Springer bereits 49 Autoren, die allein in der Medizin mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Bezogen auf alle Wissenschaften für die Nobelpreise vergeben werden - Medizin, Chemie, Physik und der Wirtschaft - hat Springer mittlerweile über 160 Nobelpreisträger. Darunter solch namhafte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Max Planck und Max Born.
Kontakt:
Springer Medizin Verlag
Uschi Kidane