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Über Springer - Presse - Pressemitteilungen | Was der Katastrophenschutz von Fukushima lernen kann

Berlin | Heidelberg | Wiesbaden, 27. Februar 2014

Was der Katastrophenschutz von Fukushima lernen kann

Mario König war 2011 als Sachverständiger vor Ort | Im Interview mit Springer für Professionals schildert der Springer Vieweg-Autor jetzt seine Eindrücke und zieht den Vergleich zum Katastrophenschutz in Deutschland

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Drei Jahre nach Fukushima sind nach wie vor negative Folgen für Mensch und Tier nachweisbar. "Ein Ende ist nicht in Sicht", lautet das Fazit von Mario König, Mitherausgeber des "Hommel", dem Handbuch der gefährlichen Güter von Springer Vieweg. Der Oberbrandrat und Strahlenschutzbeauftragte der Feuerwehr Mannheim, der 2011 mit dem Team des Technischen Hilfswerks (THW) in Japan im Einsatz war, sieht im Interview mit Springer für Professionals die Notwendigkeit der vollständigen Bergung der Brennstäbe, der sicheren Einhausung des Reaktorkerns sowie der nachhaltigen Entsorgung der radioaktiven Verunreinigung. Zugleich zeigt König auf, was der deutsche Katastrophenschutz aus Fukushima gelernt hat.
Der Schwerpunkt von Mario Königs Arbeit in Japan im Jahr 2011 lag im Strahlenschutz. Die aktuelle Lage zu beurteilen sei mit dem ihm zur Verfügung stehenden Material schwierig, so König. Einige Punkte aber sind für ihn unstrittig: "Die Kommunikation der japanischen Behörden mit der Bevölkerung während des akuten Schadensfalles, aber auch danach, ist nicht als optimal zu bezeichnen, was zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Bevölkerung geführt hat." Darüber hinaus sei die Lage in den beschädigten Reaktorblöcken und der Umgang mit der radioaktiven Kontamination durch den Kraftwerksbetreiber unsicher und unbefriedigend. Nach Meinung des Springer Vieweg-Autors ist eine vollständige Bergung der Brennstäbe unverzichtbar, um sicherzustellen, dass von den beschädigten Reaktorkernen keine Gefahr mehr ausgehen kann. Anschließend sollte der Reaktorkern sicher eingehaust und die radioaktive Verunreinigung nachhaltig entsorgt werden. Darüber hinaus fordert König eine engmaschige medizinische Beobachtung: "Diese muss insbesondere bei der jungen Bevölkerung im betroffenen Gebiet stattfinden, um möglichst frühzeitig einen Einfluss der radioaktiven Belastung erkennen zu können."
Der beste Katastrophenschutz ist für den Strahlenschutzexperten allerdings immer noch die Vorbeugung. Dieses komplexe und mehrstufige Thema habe man seit Fukushima hierzulande weiter forciert: "In Deutschland wurde die Analytische Task Force (ATF) geschaffen, deren Aufgabenschwerpunkt in der chemischen Analytik liegt. Die ATF besteht aus sechs operativen Einheiten an den Standorten Berlin, Dortmund, Hamburg, Köln, Mannheim und München, die von den dortigen Berufsfeuerwehren beziehungsweise in Berlin von der Polizei gestellt werden." Die Standorte, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit technischer Ausstattung, finanziellen Mitteln und organisatorisch unterstützt würden, seien so über Deutschland verteilt, dass jeder Punkt des Bundesgebietes innerhalb von zwei bis maximal drei Stunden erreicht werden könne. Die Gefahrenabwehr im Bereich ABC-Schutz sei in Deutschland in einem vierstufigen System aufgebaut. Die ATF stelle dabei die vierte Stufe dar, mit der Einheiten der Kommunen, der Kreise und der Länder durch den Bund unterstützt werden könnten. Die Teams seien so aufgestellt, dass sie unter maximaler Schutzstufe die verschiedenen Proben nehmen und unmittelbar vor Ort einer Analyse unterziehen können. Anschließend erfolge anhand der Untersuchungsergebnisse eine Beratung der eingesetzten Feuerwehr, der Mediziner oder auch der Umweltbehörden.
Dipl.-Chem. Mario König ist Oberbrandrat und Strahlenschutzbeauftragter bei der Feuerwehr Mannheim. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber des "Hommel", dem "Handbuch der gefährlichen Güter" von Springer Vieweg. Das Standardwerk für den Transport von Gefahrgütern bietet auf 2.900 Merkblättern Informationen zu nationalen und internationalen Transportvorschriften und zu Notfallmaßnahmen bei Unfällen mit gefährlichen Gütern sowie Hinweise für die ärztliche Erstbehandlung von Personen. Die Version V13 der "Hommel interaktiv" CD-ROM entspricht der aktuellen 28. Auflage des Gesamtwerks und ist jetzt erstmals auch als Einzelplatzversion separat beziehbar. Für Käufer der gedruckten Ausgabe ist die Einzelplatzversion im Preis enthalten.
Bild: Coverabbildung des ´"Hommel", dem "Handbuch der gefährlichen Güter" von Springer Vieweg | © Springer

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