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Berlin | Heidelberg | Wiesbaden | Frankfurt, 24. September 2013

Neue Tatorte: Mobbing – vom Klassenzimmer ins Netz und zurück

Nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche kämpfen gegen Angriffe aus dem Netz | Expertinnen diskutieren auf der Frankfurter Buchmesse, wie Cybermobbing entsteht, wie Opfer leiden und wie man dem Psychoterror entgehen kann

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Wenn das Internet zur Waffe wird, haben virtuelle Anfeindungen sehr reale Auswirkungen, sowohl psychische als auch psychosomatische. Einerseits ist das Netz ein ideales Medium für das Spiel mit Identität und Persönlichkeit – gerade für Jugendliche. Andererseits ist das World Wide Web immer wieder Tatort für Aggressionen jeglicher Art. Spätestens die Berichterstattung über den 1. Internationalen Cybermobbing Kongress in Berlin Anfang September hat einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt, dass das digitale Mobbing Betroffene und ihr Umfeld vor ganz neue Herausforderungen stellt. Welche das sind, erklären die Psychologinnen Catarina Katzer und Beate Schuster auf der Frankfurter Buchmesse. Im Forum Wissenschaft und Fachinformation der Halle 4.2 geben sie am Mittwoch, 09. September 2013, ab 10:00 Uhr unter dem Motto "Mobbing: Ein Gewaltphänomen zwischen Real Life und Virtual" praktische Tipps, wie sich das Gewaltphänomen mit einem ganzheitlichen Präventionsmanagement eindämmen lässt.
Das Phänomen des Mobbings in sozialen Gruppen wird bereits seit gut 20 Jahren in der Wissenschaft problematisiert und stellt nach wie vor in vielen Gemeinschaften und für viele Personen ein großes Problem dar. Mit der zunehmenden Digitalisierung hat sich in der Zwischenzeit aber zusätzlich eine weitere Variante mit speziellen Eigenheiten herausgebildet: das Cybermobbing. Viele Menschen sehen sich den scheinbar unausweichlichen Angriffen über die Sozialen Medien ausgesetzt – vor allem Schüler sind betroffen. Die Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft sind groß. Aber nach Ansicht der beiden Psychologinnen gibt es mittlerweile produktive Ansätze für den effektiven Umgang mit dieser Art von Gewalt. Oft können schon ganz einfache Schritte das Schlimmste verhindern, weiß Beate Schuster: "Diese Maßnahmen erscheinen manchmal so klein, dass sie kaum wahrgenommen werden. Werden solche Maßnahmen aber nicht ergriffen, eskalieren die Probleme, und führen zu Steigerungen, aus denen die Betroffenen kaum entrinnen können."
Voraussetzung für ein erfolgreiches Präventionsmanagement sei in erster Linie ein Verständnis für die Dynamik des Phänomens und dafür, warum solche Prozesse so schwerwiegende Konsequenzen haben können. Catarina Katzer ist überzeugt: "Jeder Einzelne von uns kann im familiären, schulischen, aber auch im virtuellen Umfeld etwas tun, um die Cyberwelt unserer Kinder besser zu verstehen, Cybermobbing und Co. zu verhindern und den Betroffenen zu helfen." So seien etwa Disziplinschwierigkeiten nicht selten der analoge Nährboden für das spätere virtuelle Mobbing, ergänzt Beate Schuster: "Oftmals haben ausgerecht die Lehrer unbeabsichtigt und unbewusst einen Anteil an dieser Entwicklung. Deshalb wollen wir den Lehrkräften einen praktischen Leitfaden für ein gutes Miteinander im Unterricht an die Hand geben."
Im Rahmen einer Kurzpräsentation mit anschließender Diskussion geben die beiden Wissenschaftlerinnen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse einen Einblick in die Problematik und in neue, kreative Präventionsansätze, die sie aus verschiedenen psychologischen Perspektiven betrachtet auch in Buchform präsentieren. In ihrem neuen Sachbuch "Cybermobbing – Wenn das Internet zur W@ffe wird" beleuchtet die Springer Spektrum-Autorin Catarina Katzer das Spannungsfeld von virtueller Internetwelt und schulischer Lebenswirklichkeit. Beate Schuster beschreibt in ihrem Fachbuch "Führung im Klassenzimmer", das gerade bei Springer VS erscheint, wie Lehrer Disziplinschwierigkeiten und sozialen Störungen vorbeugen und effektiv begegnen können.
Dr. Catarina Katzer gehört international zu den führenden Forschern auf dem Gebiet "Cybermobbing (Cyberbullying) und sexuelle Gewalt in der Internetwelt". Ihre Arbeiten gelten als wegweisend für die Entwicklung eines ganzheitlichen "Präventionsmanagements mit Medien-Education" in Schulen und Unternehmen und machen sie zur gefragten Referentin und Expertin für Kommissionen des Europarates, des Deutschen Bundestages sowie Regierungsinstitutionen und Ministerien im In- und Ausland. In ihrer Funktion als Mitgründerin des Vereins Bündnis gegen Cybermobbing e.V. engagiert sie sich für die Aufklärung und Sensibilisierung der Gesellschaft.
Dr. Beate Schuster ist Professorin für Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkt ihrer Lehre sind Auffälligkeiten im Verhalten und Erleben von Schülern und Schülerinnen. Aktueller Schwerpunkt in der Forschung ist Klassenführung und Mobbing.

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Markus Fertig | Teamleiter PR | tel +49 611 7878 181 | markus.fertig@springer.com