Es ist wie in einem exzellenten Buch: Kapitel an Kapitel reiht sich die spannende Geschichte der Unternehmensgruppe, die heute den erfolgreichen Namen Springer Science+Business Media trägt. Mit unzähligen Höhepunkten. Aber mit einem Unterschied: Ende unabsehbar. Eine Fortsetzungsstory mit Longseller-Qualitäten, in der Tradition und Innovation auf allen Seiten zu finden sind. Große Persönlichkeiten wie Werner von Siemens, Rudolph Virchow, Max Planck oder Marie Curie publizierten bei Springer. Und auch für den technischen Fortschritt ist das Haus bis heute offen – so als Vorreiter in Sachen Electronic Publishing.
Die Idee zum „Longseller“ stammt von Julius Springer. Am Tag, als er 25 Jahre alt wird - man schreibt das Jahr 1842 - eröffnet er in Berlin eine Buchhandlung. Bald darauf folgt die Gründung des Verlags mit staatstheoretischen und philosophischen Schriften, mit Beiträgen zur Land- und Forstwirtschaft, Pharmazie und Technik. Und mit Jugendliteratur: Julius Springer verlegt die Lederstrumpf Erzählungen und Onkel Toms Hütte und wird einer der führenden Buchhändler und Verleger des 19. Jahrhunderts.
Ab 1881 bauen die Söhne Ferdinand und Fritz konsequent das Technikprogramm aus. Richtungweisende Publikationen aus Medizin, Biologie, Physik und Chemie schließen sich an. Eine neue Seite markiert das Jahr 1920 mit dem Erwerb der Mathematischen Annalen, deren Herausgeber unter anderem Albert Einstein ist. Drei Jahre zuvor hat er bei Vieweg – heute ein Verlag von Springer Science+Business Media – sein Werk Über die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie veröffentlicht. Ebenfalls noch ins 19. Jahrhundert gehört die Geschichte von A. E. Kluwer, der 1889 seinen eigenen Verlag in Holland gründet und mit seinem Geschäft nach und nach expandiert. Später entsteht daraus Kluwer Academic Publishers, heute integriert in Springer.
Während des Nationalsozialismus werden beide Inhaber gezwungen, die Firma zu verlassen. Tönies Lange übernimmt die Leitung von Springer und trägt dazu bei, das Überleben der Firma sicherzustellen. Nach dem Krieg übergibt er die Firma wieder an Familie Springer, bleibt aber bis an sein Lebensende Mitbesitzer. Nach der weitgehenden Zerstörung der Geschäftshäuser beginnen die Enkel in Berlin mit dem Wiederaufbau. Und setzen gleich ein viel beachtetes Zeichen – mit Karl Jaspers Die Idee der Universität, der ersten programmatischen Nachkriegspublikation.
Der Eintritt von Heinz Götze in den Verlag im Jahre 1949 und seine 50-jährige aktive Verlagsarbeit prägen die Geschicke des Hauses in entscheidendem Maße. Seit 1957 Partner und Mitgesellschafter, macht Götze Springer zu einem weltweit führenden Wissenschaftsverlag. Dem bereits 1924 gegründeten Verlagshaus in Wien folgt 1964 die Eröffnung einer Niederlassung in New York. Gründungen in Tokio, London, Paris und Hongkong schließen sich an.
Kontakte zu Wissenschaftlern werden internationaler, verstärkt wird in englischer Sprache publiziert.
Kluwer erweitert sein Geschäft in den 1970er Jahren durch den Kauf so renommierter Verlagsnamen wie Reidel oder Martin Nijhoff.
Im Jahr 1999 erwirbt die Bertelsmann AG die Mehrheit am wissenschaftlichen Springer-Verlag. Mit in die neue Verbindung „BertelsmannSpringer“ kommen Verlage wie Gabler, Teubner, Ärzte Zeitung oder Heinrich Vogel.
Im Januar 2003 erwerben die britischen Finanzinvestoren Cinven und Candover zunächst Kluwer Academic Publishers und im April desselben Jahres die Verlagsgruppe BertelsmannSpringer. Bald erfolgt deren Umbenennung in Springer Science+Business Media. Nach der Fusion mit dem niederländischen Wissenschaftsverlag im Frühjahr 2004 ist ein weiteres Erfolgskapitel aufgeschlagen: Unter dem neuen Springer-Logo agiert der weltweit zweitgrößte Anbieter für Publikationen im Bereich Science / Technology / Medicine.
2009 wird der Verkauf von Springer an EQT, einem schwedischen Finanzinvestor, und an GIC, einem Investor aus Singapur, bekannt gegeben.